Über den zivilen Ungehorsam - Lauterbacher Anzeiger, Sonntag, 23.02.2020


"XR unterstützt Dannenröder Forst"


 

Veranstaltung von FuK-Studierenden der Uni Marburg            *Planspiel Dannenröder Forst 18.02*

 

 


Die  "GRÜNE Zukunftswerkstatt Mittelhessen" hatte eingeladen zu einer Veranstaltung zum Weiterbau der BAB 49 am 01.02.20
Programmpunkte waren: 

1. Lied: So schön ist mein Dorf gewesen     2. Verlesung des Dannenröder Appells    3. Begrüßung durch Stefan Kannwischer

4. Beitrag Wolfgang Dennhöfer zur Trasse      5. Text von Stefan Kannwisch er   6. Gedicht von Christiane Schwarze

Diskussion mit Bürger*innen und Betroffenen aus den PRO-A 49-Bürgerinitiativen der Umgebung

"Oberhessische Zeitung"


Präsentation des  "Dannenröder Apell"

Foto Gerhard Kaminski

22.12.2019 Oberhessische Zeitung

 

Autobahngegner präsentieren "Dannenröder Appell"

 Von Gerhard Kaminski

 

 DANNENROD - An ihrer Mahnwache am Dannenröder Sportplatz verlasen jetzt die verschiedenen Initiativen gegen den geplanten Bau der Autobahn 49 eine gemeinsame Erklärung. Darin treten mehrere Bürgerinitiativen, Gruppierungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Gliederungen der Partei Bündnis 90/Die Grünen für ein "sofortiges bundesweites Moratorium aller Straßenbauprojekte" ein und erläutern, wie sie sich den Anschluss der A 49 an das vorhandene Fernstraßennetz vorstellen, wenn nicht weitergebaut wird.

 

Der feine Nieselregen hielt rund 70 Menschen am Sonntag nicht davon ab, sich am Rand des Dannenröder Walds zu versammeln, um erneut ihre Ablehnung des geplanten Baus der A 49 durch dieses Waldgebiet deutlich zu machen. Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Aktionsgemeinschaften entlang

 

der geplanten und teilweise schon realisierten Autobahntrasse trugen ihnen den gemeinsam verfassten "Dannenröder Appell" vor, der bereits von 21 Gruppierungen unterzeichnet worden ist. Moderiert von Barbara Schlemmer von den Grünen in Homberg stellten sie fest, dass im Sinn des Klimaschutzes "eine grundsätzliche Veränderung unserer Lebensgewohnheiten" nötig sei. Dazu gehöre auch eine "grundlegende Neuausrichtung der Verkehrspolitik". Die Raumordnungspolitik, die zu einer Siedlungsstruktur geführt hat, die viele Pendlerfahrten mit sich bringt, müsse geändert werden, damit insbesondere die Abwanderung aus dem ländlichen Raum, verringert werde. Bei der dazu passenden Verkehrspolitik müssten, neben der Fuß- und Radverkehrsförderung, "schienengebundene und öffentliche Verkehrsträger zwingend Vorrang genießen"

 

Die Begründungen für den Bau der A 49 in den beiden Planungsabschnitten VKE 30 und VKE 40 hielten "keiner ernsthaften Prüfung" stand, bekräftigen die Autobahngegner ihre Ablehnung insgesamt und insbesondere gegenüber der Rodung von rund 110 Hektar Wald. Als diese Ende des Sommer konkrete Formen annehmen sollte, bekam der Protest neuen Auftrieb, vor allem durch eine Gruppe junger Leute, die mit dem Bau von Baumhütten die derzeit noch andauernde Waldbesetzung starteten. Ihnen dankten mehrere Initiativensprecher. Durch sie sei eine "neue Dynamik" in die Auseinandersetzung gekommen, wie Dr. Wolfgang Dennhöfer vom Vogelsberger BUND es formulierte.

 

Erneut appellieren die Initiativen an verantwortliche Politiker, ihren eigenen Ansprüchen auch konsequentes Handeln folgen zu lassen. So habe Hessens

 

Umweltministerin Priska Hinz von den Grünen erst am 13. Dezember 2019 "eine schnelle Verkehrswende angemahnt, weil Hessen die CO2-Ziele für 2020 mit nur 19 Prozent statt der erforderlichen 30 Prozent Reduktion deutlich verfehlt". Im Sinn eines konsequenten Klimaschutzes "relativiere" sich der Bedarf an Bundesfernstraßen "drastisch" und das erwähnte Stillhalteabkommen (Moratorium) sei geboten, um hinsichtlich der A 49 das Baurecht neu auszurichten.

 

Neben der Forderung zum Ausbau des Schienenverkehrs, insbesondere für den Gütertransport von und zu den Industrieunternehmen im Stadtallendorf, sieht der Dannenröder Appell auch Überlegungen zu einer alternativen Straßenplanung vor. Dabei könnte der Bauabschnitt der A 49 VKE 30 als Umfahrung von Wiera und Neustadt genutzt werden. Westlich von Neustadt wäre diese an die bestehende B 454 anzubinden. "Bei Bedarf sind im nach Süden folgenden Straßennetz sowie im Verlauf der in Höhe Kirchhain kreuzenden Ost-West-Bundesstraße B 62 als auch im Verlauf der Bundesstraße B 3 einzelne umweltverträgliche Optimierungen anzustreben," heißt es im Appelltext.

 

Dieses Konzept biete eine Reihe von Vorteilen: Unter anderem bleibe der Wald erhalten und das Trinkwasserschutzgebiet erfahre keine Beeinträchtigung. Die Lärmbelastung in Baunatal und Edermünde lasse sich begrenzen. Die Verkehrsbelastung in Treysa, Neustadt und Wiera werde verringert und Kirchhain und Stadtallendorf erhielten durch den zielgerichteten Ausbau der bestehenden Fernstraßen eine "leistungsfähige Anbindung an das überregionale Fernstraßennetz". Selbst Marburg und Homberg (Ohm) hätten "keine Mehrbelastung der Stadtautobahn beziehungsweise Durchgangsstraßen zu befürchten".

 

Voraussetzung bei dem Konzept ist, dass alle genannten Straßen keiner höheren Kategorie als der einer Bundesstraße zugeordnet werden.