Kommentar des Grünensprechers aus Kirchhain

zur Berichterstattung des ZMW zu den Gefahren für das Trinkwasser durch den A49-Bau  08.07.2020

 

 

Trinkwasser,

der ZMW und die A49!

In dem Artikel der Oberhessischen Presse vom 7.7.20 "Zweckverband baut vor - Geld fließt vor allem in die Brunnen: Zweckverband verbaut Millionenbeträge, um Wasserversorgung beim A-49-Weiterbau abzusichern" werde ich ja erwähnt mit dem Hinweis auf eine "befürchtete Wasserpreiserhöhung". Naja: die Zusatzkosten in Höhe mehrerer Millionen Euro für den ZMW sind natürlich schon "eingepreist" - die Ersatzwassermaßnahmen sind ja schon im Gange. Entweder wurden andere notwendige Investitionen zurückgestellt, oder der Wasserpreis hätte gesenkt werden müssen, da der ZMW ja keine Gewinne machen darf. Also die durch den Autobahnbau A 49 bedingten Kosten, die der ZMW in Millionenhöhe alleine trägt, sind schon auf den Wasserpreis umgelegt. Das ist ein "sachfremder" Kostenfaktor der Trinkwassergebühr! Da kann man sich nun herumreden wie man will. Die Fakten gehören auf den Tisch - auch wenn es manchen nicht passt!

Dem Artikel liegt die Beantwortung meiner "Kleinen Anfrage" im Kreistag zugrunde.

Die Frage lautet: "Welche Sicherungsmaßnahmen sind (mit Angabe der Kosten und Kostenverteilung) erforderlich, um den erheblichen Risikozuwachs für die Trinkwasserversorgung durch den geplanten Bau der A 49 durch eine Ersatzwassergestellung zu minimieren?"

Und trotz dieser Maßnahmen kann ein worst-case-Risiko letztlich nicht ausgeschlossen werden! So die Aussage des ZMW.

Und ich füge hinzu: noch nicht einmal das worst-case-Risiko wird bemüht werden müssen, da jetzt schon klar ist: die sogenannten Sicherungsmaßnahmen für das Trinkwasser sind zumindest in einem Punkt grob fahrlässig! Es soll nämlich das "verschmutzte Oberflächenwasser" von der A 49 gesammelt und in einer Leitung "abgeführt" werden, um dann doch gesammelt und konzentriert in die "Klein" vor deren Einmündung in die Ohm eingeleitet werden. Und in welcher Trinkwasserschutzzone liegt die Einleitestelle? Man glaubt es kaum: das ist innerhalb der Trinkwasserschutzzone II vorgesehen, quasi neben den Brunnen der Nordwestkette des Wasserwerkes Stadtallendorf.

(Reiner Nau)


Das BVerWG Leipzig hat am 2.7.2020 auch die letzte Klage 3er Landwirte gegen den

A49-Weiterbau aus formalen Gründen abgewiesen.

 

https://www.bverwg.de/pm/2020/40

 

https://www.welt.de/regionales/hessen/article210856459/Bundesgericht-weist-letzte-Klage-gegen-A49-Teilstueck-ab.html

 


Pressemitteilung Aktionsbündnis "Keine A49"

zum Ausgang des Gerichtsverfahrens am

Bundesverwaltungsgericht Leipzig 

 

A 49: Lärm- und Entlastungsfrage ungeklärt

 

 

 Nach der Abweisung der Klage hat sich das Aktionsbündnis „Keine A49! zu seinen weiteren Plänen geäußert.

 

VOGELSBERGKREIS/DANNENROD - (red). Am Dienstag hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Klage des BUND Hessen gegen den Weiterbau der A 49 abgewiesen. Nun äußert sich das Aktionsbündnis „Keine A49!" in einer Pressemitteilung zu den weiteren Plänen. Dazu zählt eine Demonstration am Samstag in Marburg, die um 14 Uhr am Bahnhof startet und über den Marktplatz zu der Parteizentrale der Grünen Marburg im Südviertel führt. Dort ist eine Kundgebung geplant. Zur Demonstration rufen Extinction Rebellion Marburg, Fridays for Future Marburg, Scientists for Future und die Klimagruppe Marburg auf. 

 Das Bundesverwaltungsgericht habe inhaltlich den Klägern aus den beiden Verfahren BUND gegen das Land Hessen und einer Privatperson gegen das Land Hessen „vollkommen recht gegeben“. Es habe festgestellt, dass die Planfeststellung die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht geprüft hat. Insofern sei festgestellt worden, dass die Planfeststellung fehlerbehaftet ist. Das Gericht hat dennoch unter Abwägung formaler Gründe die Klagen abgewiesen. „Damit wurde dem hohen Gut der WRRL, welches das Gericht selbst wiederholt besonders betont hat, nicht voll zur Wirksamkeit verholfen“, meint das Aktionsbündnis. Aus dem Prozessverlauf sei eindeutig hervorgegangen, dass das Gericht einen breiten Ermessensspielraum bei dieser Abwägung hatte und anders im Sinne der Stärkung der WRRL hätte entscheiden können. Am gleichen Tag habe der EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevièius deutlich gemacht, dass die (WRRL) nicht geschwächt werden dürfe. Die WRRL sei eine der ehrgeizigsten und ganzheitlichsten Umweltvorschriften der EU. Lobbyisten der Industrie übten viel Druck aus, die Gesetze zu ändern. „Sauberes Wasser ist überlebensnotwendig. Die Gesetze dürfen nicht wanken. Diesem Grundsatz ist das Bundesverwaltungsgericht bedauerlicherweise nicht gefolgt.“

 

In einem dritten Verfahren am Nachmittag wurde deutlich, dass hinsichtlich der beiden Änderungen im Planfeststellungsbeschluss nach der Rechtskraft aus 2014 verfahrensrechtliche Unzulänglichkeiten seitens der Planfeststellungsbehörde vorliegen. „Wir sind daher auf das Urteil am 2. Juli gespannt.“

 

„Mit dem Urteil hat man aus unserer Sicht weder der Natur, noch den betroffenen Menschen und insbesondere der jungen Generation einen Gefallen getan," so Barbara Schlemmer. „Die jungen Klimaschutzgruppen haben bereits mitgeteilt, dass sie mit uns zusammen alles mobilisieren werden, um zu verdeutlichen, dass der Weiterbau der A 49 in den Zeiten der Klimakrise und des Artensterbens unverantwortlich ist und ein Umdenken zwingend erforderlich ist.“

 

Nach wie vor ungeklärt sind auch die Fragen des Lärms, der Verkehrsmengen und damit der tatsächlichen Entlastungswirkung der A 49. Nach den Prognosen von Hessen Mobil sei die Entlastung der Bundesstraßen gering und auf manchen Straßen nahezu null. Selbst die DEGES werbe mit der Verlagerung des Verkehrs der A 7 und der A 5 auf die A 49. Das bedeute zusätzlichen Verkehr in der Region, auch im nachgeordneten Straßennetz. „Wir fordern daher das Hessische Verkehrsministerium auf, endlich belastbare Zahlen vorzulegen, die die behauptete Entlastung nachweisen“, fordert Christoph Schulze-Gockel. Das Aktionsbündnis wird weiterhin alle rechtlichen und politischen Mittel ausschöpfen, um den drohenden „Ökozid durch den Ausbau der A 49“ zu verhindern. „Wir weisen auf die Aussage des Gerichts hin, dass diese Autobahnplanung heute nicht mehr genehmigungsfähig wäre. Insbesondere werden wir die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen kontrollieren“, so Christoph Schulze-Gockel. „Ebenso fordern wir die Hessische Landesregierung auf, den 700 Millionen Euro schweren ÖPP-Zuschlag erst zu vergeben, wenn die wasserrechtliche Prüfung abgeschlossen ist.“

 

„Wir erwarten, dass vor dem Vorliegen des angekündigten ergebnisoffenen Wassergutachtens alle weiteren Baumaßnahmen unterbleiben“, fordert Karl-Heinz Zobich. Für das Aktionsbündnis sei es unverständlich, dass der hessische Wirtschaftsminister Tarek Minister Al-Wazir (Grüne) jetzt auf eine schnelle Umsetzung, insbesondere die Rodung im Herbst drängt. Eine solche Entscheidung gegen den Wald und den Klimaschutz dürfe ein grüner Verkehrsminister nicht nur verkünden, sondern er müsse sie persönlich erklären. Das Aktionsbündnis wird den Minister deshalb zu einem Gespräch einladen.

 

 

 

Der Prozess am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist gegen den in diesen Zeiten unbedingt nötigen Erhalt des Dannenröder Forst, Herrenwald, Maulbacher Wald und das Gleental mit seinen Brunnen entschieden worden.

 

Die Richter hatten denVerstoß gegen die Wasserrahmenrichtline bestätigt aber dennoch die Klage abgewiesen.



Offener Brief des Rhein-Main-Neckar-Bündnis von Extinction Rebellion an Minister Al-Wazir

Sehr geehrter Herr Minister Al-Wazir,

am vergangenen Mittwoch, dem 17.06., versammelten sich mehr als 40 Aktivist:innen von Extinction Rebellion und der Bürger:inneninitiative Keine A49 vor der Parteizentrale von Bündnis 90/ Die Grünen und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Unter dem Motto "Wald statt Asphalt" fordern wir den Erhalt des Dannenröder Waldes und den sofortigen Stopp des Ausbaus der Autobahn A49.

Das Ökosystem des Waldes besteht schon seit hunderten Baum-Generationen und setzt sich heute aus einem gesunden Mischwald zusammen, in dem Bäume leben, die schon über 250 Jahre alt sind. Der Dannenröder Wald ist nicht nur ein wichtiges Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, sondern auch Haupttrinkwasserquelle für hunderttausende Menschen in der Region.

Wir hatten Sie bereits im Vorhinein darum gebeten, über unsere Forderungen mit uns ins Gespräch zu kommen und uns zu erklären, wie Sie als Politiker der Grünen Maßnahmen rechtfertigen, die nachweislich Umwelt und Klima schaden. Dennoch traten am Mittwoch nicht Sie uns gegenüber, sondern die Landtagsabgeordnete und Sprecherin für Straßenbau Katy Walther. Aus ihren Aussagen ging hervor, dass Sie anscheinend bereit dazu wären, mit uns in Verbindung zu treten. Dabei stellt sich für uns jedoch die Frage "Wann?". Jeder Tag bis dahin stellt einen Verlust wertvoller Zeit dar, da trotz des momentanen Rodungsstopps aus uns unersichtlichen Gründen weiterhin Bäume für den Bau der A49 weichen müssen.

Herr Al-Wazir, wir fordern Sie zu einem persönliches Gespräch auf und zwar vor dem Gerichtstermin am kommenden Dienstag, den 23. Juni 2020. Wir möchten die Möglichkeit haben, dieses Gespräch live zu streamen und damit öffentlich zu machen. Bitte nennen Sie uns ein konkretes Datum für den Dialog. Außerdem fordern wir, dass Sie sich als grüner Minister für Wirtschaft und Verkehr öffentlich und eindeutig gegen den Ausbau der A49 und für den Erhalt des Dannenröder Waldes positionieren.

Wir appellieren mit dieser Botschaft noch einmal ausdrücklich an Ihre Verantwortung zur Einhaltung aller notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Ökozids, die nicht nur für unsere Generation, sondern auch für alle zukünftigen Generationen von essentieller Bedeutung ist. Der Dannenröder Wald muss bleiben!

Mit freundlichen Grüßen,

i.A. Extinction Rebellion (Aktionsbündnis Rhein-Main-Neckar) und die Bürger:inneninitiative Keine A49
#WaldStattAsphalt


Link zu  www.nukla.de 

Eine gute Nachricht die Mut macht!



17.06.2020
Im Rahmen der Aktionstage zur Verkehrswende sperrten

Extinction Rebellion Marburg

 für 5 Stunden die Parteizentrale der
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Hessen und das Hessische Ministerium für Verkehr und forderten  ein radikales Umdenken in Sachen Mobilität und eine dringend notwendigeVerkehrswende
anstelle der Rodung desDannenröder Waldes für veraltete Verkehrskonzepte.



 

 Mahnwache in Leipzig zum Prozesstermin

 

 Die mündliche Verhandlung am Bundesverwaltungsgericht Leipzig

am 23.6.2020 beginnt um 9:00 Uhr,

 

 

Greenpeace Leipzig wird eine Mahnwache anmelden und zusammen mit Klimaaktivisten vor Ort sein.

 

 Es gibt einige, die an diesem Tag nach Leipzig fahren möchten und auch an der Mahnwache vor dem Gericht mit Bannern, Fahnen, Transparenten teilnehmen möchten.

 

 Wir würden uns über viele weitere Unterstützer unseres Aktionsbündnisses freuen.

 

Wer am Prozess teilnehmen möchte muss sich über die Homepage des

Bundesverwaltungsgerichts anmelden.

 

Ankündigung der Mündlichen Verhandlung vom BVerwG unter folgendem Link:

 

 https://www.bverwg.de/suche?lim=10&start=1&db=t&q=*

 

Dort ist es dann auch möglich die Teilnahme am Prozess anzumelden.

 

 

 


28.05.2020

 

Das von uns als Präjudiz erwartete Urteil des EuGH ist in unserem Sinne ausgegangen

 

EuGH-Urteil zu Bielefelder Bauprojekt: Klagerechte ausgeweitet

 

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/eugh-urteil-rechtsschutz-ummeln-100.html

 


Pressemitteilung Aktionsbündnis Keine A 49!

Corona verstärkt Widerstand gegen Politik aus dem vergangenen Jahrhundert



A 49 Klage

Der Prozesstermin wurde verschoben !!!

Der Gerichtstermin gegen den Ausbau der A 49 wurde verschoben. Die Verschiebung ermöglicht, dass noch vor dem vom BUND Hessen angestrebten Prozess eine Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs in einer ähnlichen Angelegenheit erfolgt.

 

Dazu die Presseerklärung des BUND:

https://www.bund-hessen.de/pm/news/a-49-bund-hessen-begruesst-verschiebung-des-prozesstermins/

 


Offener Brief vom Team Alsfeld-Fremdenverkehr



Die Mahnwache ist umgezogen



Aufgrund der Empfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus und der Verantwortung dafür, dass sich kein Mensch der Gefahr einer Infektion aussetzen soll haben wir uns entschieden, bis zunächst 19.04.2020 keine Sonntags-Versammlungen mehr abzuhalten.

Die Besetzung der Mahnwache wird mit Einschränkungen weiter aufrechterhalten.

Wir hoffen dass alle Menschen die kommende Zeit gesund überstehen und wir uns dann wieder vor Ort treffen können.


Update der Petition


Beitrag von Katy Walther auf Facebook


Katy Walther, Grünen-Sprecherin für Straßenbau und Lärmschutz im Hessischen Landtag zu Gast beim Aktionsbündnis.

Bericht der Internetzeitung für Rhein-Main und Mittelhessen " Der neue Landbote"

https://landbote.info/

 

19.02.2020 Erneute Fällungen in Maulbach , Bereich Meisebach


Bericht auf "Der neue Landbote"

Video der "Oberhessische Presse"

Artikel" Oberhessische Zeitung"


Fällungen in Dannenrod

Fotos vom 21.01. und 23.01.2020 / Dannenrod


Fällungen in Maulbach

Oberhessen-live.de   
Rodungen im Maulbacher Wald in der Meisebach„Das, was hier jetzt stattfindet, ist aus meiner Sicht eine Straftat“

 

MAULBACH (akr). „Heute finden im Maulbacher Wald in der Meisebach Rodungen für die A49-Trasse statt, obwohl das Klageverfahren des BUND noch nicht entschieden ist und die Ausgleichsmaßnahmen gerade in der Gemarkung Maulbach noch nicht erfüllt sind“ – diese Nachricht schickte Barbara Schlemmer vom Aktionsbündnis keine A49 am Donnerstagmorgen. Um was für Fällarbeiten handelt es sich genau? Hat die Deges ihr Wort „gebrochen“ und mit den großflächigen Rodungsarbeiten begonnen?

Ein Rückezug, ein Fahrzeug aus der Forstwirtschaft, ist gerade dabei, die gefällten und geschnittenen Bäume von der Fläche in der Meisbach zu ziehen. Immer wieder sind auch die lauten Geräusche von Kettensägen zu hören. 1,2 Hektar sollen hier auf einer Fläche zwischen Appenrod und Homberg Ohm gefällt werden. „Das was hier jetzt stattfindet, das ist aus meiner Sicht eine Straftat“, sagt Barbara Schlemmer vom Aktionsbündnis keine A 49, die sich vor Ort das Geschehen anschaut. Ein paar weitere A 49-Gegner stehen ihr zur Seite. So wie der Maulbacher Alfred Schleich. „Wie man das dreht und wendet, hier wird Natur weggenommen und das ist einfach nicht schön“, sagt er. Zwei weitere Menschen nicken, als sie das hören.

Die Homberger Grüne Barbara Schlemmer ist sichtlich verärgert. Immer wieder läuft sie auf der grünen Wiese auf und ab, nimmt mit ihrem Handy die Arbeiten auf. „Die Arbeiten haben gestern morgen angefangen. Die Deges (Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) hatte aber mitgeteilt, dass diese Woche nicht gerodet wird, das stand überall in der Presse zu lesen“, betont Schlemmer.

Am Donnerstagmorgen habe ihr eine Vertreterin von Bundesforst gesagt, sie hätten ganz kurzfristig den Auftrag bekommen, mit der Rodung zu starten. Das sei für Schlemmer ein Kennzeichen, dass hier absolut hinterhältig gehandelt und die Bevölkerung getäuscht werde. „Ich halte das für vollkommen unseriös, die Vorgehensweise der Deges ist empörend“, macht die A 49-Gegnerin ihrem Ärger Luft.

Nachdem zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen Unbekannte einen Harvester im Wald bei Maulbach beschädigten, indem sie mehrere Reifen zerstachen und die Fahrerkabine aufbrachen, habe die Deges zunächst nicht gewusst, ob sie die Rodungsarbeiten in dieser Woche aufnehmen können, teilt Deges-Pressesprecher Lutz Günther mit. „Das war eine erste Einschätzung. Man weiß ja nie, wie lange die Reparaturarbeiten dauern“, erklärt Günther. Da die Fällungen bereits für Dienstag angesetzt waren, habe man natürlich versucht, so schnell wie möglich die Arbeit aufzunehmen. „Die Arbeiten in Maulbach haben jetzt einfach mit kleinen Geräten angefangen“, erklärt Günther.

Vorbereitende Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau der A 49

Bei den Fällungen handele es sich allerdings nicht um die großflächigen Rodungen, die

bereits im vergangenen Jahr starten sollten. „Das Wort halten wir“, betont Günther. „Die Verschiebung der Fällungen um ein Jahr bedeutet jedoch nicht, dass sich der Bau der A 49 um die gleiche Zeit verzögert: Der Baubeginn ist weiter für 2020 vorgesehen, und die Inbetriebnahme ist im Jahr 2024 geplant“, heißt es in einer Pressemitteilung der Deges im Oktober.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, auf die auch der Pressesprecher auf Nachfrage von Oberhessen-live verweist: „Die bereits begonnenen Maßnahmen zur Bauvorbereitung werden fortgesetzt, so zum Beispiel Bodensanierungen, Leitungsumverlegungen und archäologische Erkundungen. Für diese Arbeiten kann es erforderlich sein, vereinzelt Bäume zu fällen“ – und genau um so eine Maßnahme handelt es sich laut Günther auch aktuell bei den Arbeiten in Maulbach:

„Im Zuge des geplanten Neubaus der A 49 von der Anschlussstelle Schwalmstadt bis zum Ohmtal-Dreieck sind in der Gemarkung Maulbach Umverlegungen der AVACON-Stromleitungen erforderlich, die sich im Bereich der künftigen Autobahntrasse befinden. Um für diese Maßnahme Baufreiheit zu schaffen, sind vorbereitend Baumfällungen in geringem Umfang (auf rund 1,2 Hektar Fläche) erforderlich. Zum Vergleich: Für die Trasse der A 49 sind Fällungen auf insgesamt rund 85 Hektar vorgesehen“, erklärt Günther.

Das bestätigt auch das RP Gießen: „Bei den Rodungsarbeiten in der Gemarkung Maulbach handelt es sich um Maßnahmen zur Umsetzung von Arbeiten, welche vor Beginn des eigentlichen Baus der A49 umgesetzt werden. Bei diesen vorgezogenen Arbeiten handelt es sich generell um Leitungsumverlegungen von Versorgungsleitungen, wie zum Beispiel Strom- oder Wasserleitungen“.

„Das ist eine großflächige Rodung“

Dass es sich dabei um „Baumfällungen im geringen Umfang“ handelt, das sieht Barbara Schlemmer allerdings ganz anders: „Das ist hier erkennbar keine Einzelbaum-Maßnahme, sondern eine großflächige Rodung, das kann jeder Laie sehen. Wir werden prüfen lassen, ob hier eine Umweltstraftat vorliegt und dann werden wir das auch zur Anzeige bringen“. Vorbereitende Maßnahmen in so einer Größenordnung? Das passt laut Schlemmer nicht mit der Pressenachricht der Deges zusammen.

Ihrer Meinung nach zerstöre man hier Heimat. „Ich habe vollstes Verständnis für Menschen, die aus irgendwelchen Gründen die A 49 haben wollen“, erklärt die Homberger Grüne. Man müsse sich aber trotzdem an die Gesetzeslage halten. „Der Umgang mit unserer Demokratie ist komplett ernüchternd, das schockt mich schon. Ich hätte nicht gedacht, dass der Rechtsstaat auf so wackeligen Beinen steht“, betont sie. Dann klingelt ihr Handy. Es ist ein weiterer A49-Gegner, der nach dem genauen Standort fragt. „Ich hoffe, dass es heute noch ein paar Menschen schaffen, vorbei zu kommen“, sagt sie und blickt in Richtung der Fällarbeiten.

 

Fotos von Oberhessen-live.de 16.02.2020


15.01.2020  Fällarbeiten im Maulbacher Wald (Meisebach)

 

Fotos vom 16.01.2020 "Aufräumarbeiten"


14.01.2020   Harvester im Maulbacher Wald

 

Oberhessische Zeitung 14.01.2020 https://www.oberhessische-zeitung.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/keine-fallarbeiten-moglich_21039106

" Keine Fällarbeiten möglich"
Ein in Maulbach am Wald abgestellter Harvester von Bundesforst konnte am Dienstag nicht zum Einsatz für geplante Vorarbeiten zum Bau der A 49
kommen. Unbekannte hatten ihn beschädigt. MAULBACH - Die Reifen platt, ein Hydraulik-Schlauch des Greifarms zerschnitten, der in Maulbach am Wald abgestellte Harvester, eine Holzernte-Maschine, von Bundesforst konnte am Dienstag nicht zum Einsatz für geplante Vorarbeiten zum Bau der A 49 kommen. Die Tat ereignete sich
laut Polizei von Montag- auf Dienstagnacht. "Wir ermitteln in alle Richtungen", erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen. Einer ersten Schätzung nach beläuft sich der Schaden auf rund 20 000 Euro.
Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges), die für den Bau der A 49 verantwortlich zeichnet, erläuterte auf Nachfrage weiterhin, dass auch die Fahrerkabine aufgebrochen wurde. "Anzeige wurde erstattet", teilt Lutz Günther, von der Kommunikation der Deges mit. Die Baumaschine wurde durch Vandalismus so stark beschädigt, dass die Arbeiten verschoben werden müssen, heißt es weiter. "Nach erster Einschätzung ist die Fortführung der Arbeiten frühestens in der kommenden Woche möglich, nachdem die Reparatur des Gerätes erfolgt ist", so Günther. Geplant war der Einsatz der Maschine, um Fällungen
forsttechnisch und forstwirtschaftlich sinnvoll durchführen zu können. Demnach sei in der Gemarkung Maulbach das Umverlegen der Avacon-Stromleitungen erforderlich, die sich im Bereich der künftigen Autobahntrasse befinden. "Um für diese Maßnahme Baufreiheit zu schaffen, sind vorbereitend Baumfällungen in geringem Umfang von rund 1,2 Hektarerforderlich", erklärte Günther.
Bei den lokalen Gruppen, die sich gegen den Weiterbau der A 49 engagieren, machte am späten Montagabend schnell die Nachricht die Runde, dass ein Harvester am Wald in Maulbach aufgetaucht sei. Demnach seien am Dienstagmorgen rund eine Handvoll Personen in Maulbach zusammengekommen, um sich vor Ort ein Bild zu machen, heißt es aus dem Unterstützerkreis des Aktionsbündnisses "Keine A 49". Die Bedenken, dass großflächige Rodungen begonnen werden sollten, zerschlugen sich jedoch schnell.
Laut Angaben des Unterstützerkreises habe der Harvester Fällarbeiten in den Flächen vornehmen sollen, wo später einmal die
Hochspannungsleitungen unter die Erde gelegt werden sollen. Gleichwohl stünden die Arbeiten in mittelbarem Zusammenhang mit dem Bau, aber nicht
mit der eigentlichen Rodung, so die Einschätzung der Mitglieder des Unterstützerkreises. Laut ihnen habe der Fahrer der Erntemaschine bei
seinem Dienstantritt am Dienstagmorgen festgestellt, dass das Fahrzeug beschädigt, die Reifen angebohrt und ein Hydraulik-Schlauch durchtrennt
wurden.
Die Gegner der A 49 sehen das Vorgehen und die Beschädigung kritisch. "Das ist nicht unser Stil, nicht unser Wille", so ein Kommentar. Sie stünden für einen gewaltfreien Protest.

Die Aktivisten von "Wald statt Asphalt", die einen Teil des Dannenröder Forstes besetzt haben, waren am Dienstagmittag auch über die Ereignisse
in Maulbach informiert. "Wir wissen lediglich, dass dort ein Harvester abgestellt war, der am Morgen Fällarbeiten vornehmen sollte", sagte eine
Aktivistin auf Nachfrage. Das Fahrzeug habe seine Arbeit aber nicht aufgenommen, "da es nicht betriebsbereit war, weil es beschädigt war",
so die Aktivisten."

 

 

 


12.01.2020 Vandalismus an der Mahnwache

An der Mahnwache am Dannenröder Sportplatz wurden erneut Beschädigungen festgestellt.
Diese müssen in der Nacht von Samstag, 11.1.2020 auf Sonntag, 12.1.2020 vorgenommen worden sein.

 

Die Schäden im einzelnen:

Eine am Bauwagen befestigte Eisenstange wurde verbogen und die daran befestigte Fahne zerrissen.

Ein Plakatständer wurde umgeworfen und beschädigt.

Ein Zeltgestänge wurde verbogen, Schilder abgerissen, ein weiteres Zelt beschädigt und der Inhalt teilweise auf der Wiese verteilt.

 

Die Polizei wurde in Kentniss gesetzt und hat den Vorfall zur Anzeige gebracht.